Organisation - Finanzen III: Aktienfonds {Madame Moneypenny} | The Nina Edition



Es war so ein verregneter Sonntag Anfang des Jahres, als mein Vater mir mal wieder riet in Aktienfonds zu investieren. Das geschieht bei uns in regelmäßigen Abständen. Meine Mutter verdreht dann immer die Augen und ich versichere ihm, dass ich nicht der Typ für "unsichere Geldanlagen" bin. Dieses Mal machten wir allerdings einen Deal.

Madame Moneypenny


Ich hatte kurz zuvor in meiner Nachttischschublade das Buch von Natascha Wegelin aka Madame Moneypenny "Wie Frauen Ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können" (*Affiliate Link) wieder gefunden. Das hatte ich mal aufgrund eines Tipps auf Instagram gekauft, bislang das Lesen aber erfolgreich vor mir hergeschoben. Also versprach ich meinem Dad in Aktienfonds zu investieren, sollte ich mich nach der Lektüre dieses Buches damit auskennen. Bislang waren sie ja eher ein rotes Tuch für mich, von dem ich weder das Gefühl hatte mit reden zu können noch, entscheiden zu können in welche ich investieren wollte.

Finanzielle Unabhängigkeit  


Als emanzipierte Frau habe ich meine Finanzen bereits selbst in der Hand. Ich habe für mich ein System gefunden mit dem ich meinen Finanzen im Blick habe (→Blogpost), und regelmäßig spare (→Blogpost), führe eine ordentliche Ablage über Versicherungen und Co. (→Blogpost), habe meine eigenen Konten und lasse mich nicht von meinem Vater zum Aktienkauf bequatschen. Vielmehr bin ich diejenige in unserem Haushalt, die die Urlaubskasse und das Hochzeitsbudget im Blick hat, die Versicherungen nach der Hochzeit prüft (→Blogpost) und alle gemeinsamen Ausgaben fristgerecht tätigt. Hierfür habe ich ein ausgeklügeltes System aus Exceltabellen. Mein Tipp für Euch: Beschäftigt Euch einmal in der Woche mit Euren Finanzen. Checkt Eure Kontostände, prüft Einnahmen und Ausgaben und führt Euer Haushaltsbuch. Ich trage mir "Budgeting" einmal in der Woche in meine To Do Liste, so kann ich es nicht verschieben und mache es auch wirklich.

Wie Ihr seht, habe ich das Buch von Madam Moneypenny schon einmal nicht wegen des Titels gekauft. Es schadet aber auch nie, sich weiterzubilden und neue Denkanstöße zu erhalten.

Was ich von Madam Moneypenny gelernt habe



Soviel vorweg: Ich investiere immer noch nicht in Aktien. Ich habe mir vorerst ein Musterdepot angelegt und beobachte derzeit wie die von mir gewählten EFTs an Wert verlieren. Ich überlege noch, ob Aktien wirklich nichts für mich sind und habe derweil mein Konsum- und Sparverhalten erneut auf den Prüfstand gestellt, meinen Sparplan upgedatet und mir einen Überblick über meine sogenannten Vermögenswerte verschafft.



Dennoch habe ich einiges aus dem Buch mitgenommen und wenn es nur das Gefühl ist, inzwischen etwas mehr beim Thema Aktien mitreden zu können und das ist doch schon eine ganze Menge. Hier meine Take-Aways:

  • Bei 75% aller Frauen in Deutschland wird die Rente später unter 400 € liegen.
  • 44% der 35- bis 55-jährigen Frauen in Deutschland beschäftigen sich nicht mit ihren Finanzen.
  • Es gibt immer noch einen Großteil an finanziell abhängiger Frauen, die ihren Ehemann als Altersvorsorge ansehen. 
  • Nimm Deine Finanzen in die Hand und Du hast Dein Leben in der Hand.
  • Wir passen unsere Ausgaben automatisch unseren Einnahmen an, d.h. je mehr wir verdienen, desto mehr geben wir aus (Mein Tipp: geringere Einnahmen "faken" (→Blogpost)  
  • Es macht in jedem Alter und mit jedem noch so kleinen Anfangsbetrag Sinn, Geld zu vermehren.
  • Ein Haushaltsbuch ist nur der Anfang.
  • Limits setzen für variable Kosten. 
  • Selbstbewohntes Eigentum ist kein Vermögenswert. Es ist eine Verbindlichkeit und die kostet Geld. 
  • Die Rentenlücke ist ausrechenbar.
  • Das Ziel einer (privaten) Rentenversicherung ist die Grundsicherung im Alter. Vermögensaufbau betreibt man damit nicht.
  • Ein persönlicher Plan zur Minimierung der Rentenlücke kann bei einem Honorarberater erstellt werden. Einen Tipp für einen Honorarberater kann die Verbraucherzentrale geben.
  • Dein Notgroschen sollte mindestens so viel Geld umfassen, dass alle von Dir abhängigen Personen im Notfall drei Monate lang überleben können und auf einem Tagesgeldkonto liegen.
  • Ziele mit einem Geldwert zu versehen, unterscheidet von einem Träumer.
  • Finanzielle Ziele sollten mit einer Jahreszahl versehen werden. So kann man Zurückrechnen, und sie in kleinere Teilschritte unterteilen. Hierfür eignet sich z.B. ein Finanzjournal
  • Aktienfonds sind wie ein Knabber-Mix: Mit nur einem Kauf bekommt man Anteile an mehreren Produkten.
  • Der Index bildet die durchschnittliche Kursentwicklung der von ihm eingeschlossenen Unternehmen ab.
  • Aktive Fonds versuchen, den Index zu schlagen.
  • ETFs sind passive Fonds, die einen Index nachbilden.
  • ETFs performen langfristig besser als aktive Fonds u.a. aufgrund der geringeren Kosten.
  • Investitionen in ETFs mit Unternehmen aus Schwellenländer sind risikoreicher als solche mit Unternehmen aus Industrienationen, Beispiele hierfür sind MSCI World und MSCI Emerging Markets.
  • Du kannst mit nur zwei ETFs die gesamte Weltwirtschaft abbilden.
  • Es gibt ETFs, die die Rendite direkt wieder investieren, so kann man vom Zinseszins profitieren.
  • Je länger der Zinseszins für Dich arbeitet desto besser.
  • Investiere nur Geld, dass Du kurz- bis mittelfristig nicht brauchst.
  • Der vergangene Verlauf eines Aktienkurses hat absolut nichts mit der zukünftigen Entwicklung zu tun.
  • Du brauchst die vier G, um eine Hartgesottene zu sein: Geld, Gedanken, Geduld und Glück.
  • Versuche jegliche Kosten zu vermeiden, sie klauen Deine Rendite. 

Rezension



Auf 238 Seiten möchte Madam Moneypenny Frauen zur finanziellen Unabhängigkeit bringen. Sie macht das in Form einer Geschichte. So verbringt sie einen Grillabend mit ihrer Familie und diskutiert beim Einnehmen der verschiedenen Gänge mit ihrer Familie über Finanzen. Das Buch lässt sich so schnell lesen und ist kein dröger Ratgeber. Es gliedert sich in: 

  • Versicherungen
  • Haushaltsbuch
  • Humankapital
  • Aktien
  • Sparplan


Jedes Kapitel wird durch eine Geschichte aus dem wahren Leben also einen finanzielle Transformation ergänzt. Mir war das einwenig zu viel. Ich mochte das Drumherum mit dem Essen und dem Brechstangen-Erklärbär nicht. Ich gebe zu, ich habe Teile übersprungen und würde sagen, das Buch ist eine Basislektüre für Frauen, die sich noch gar nicht mit ihren Finanzen beschäftigen. Die Hervorhebungen waren für mich teilweise nicht die wichtigsten Punkte und ich hätte mir noch eine Art Bullet-Points-Zusammenfassung am Ende der Kapitel gewünscht, denn die wichtigen Punkte sind später in der Grillabend-Geschichte schwer zu finden. Außerdem enthielt es mir zu viel Werbung. Quasi ständig  wird auf den Onlinekurs von Madam Moneypenny, ihre Facebookgruppe und ihre weiteren kostenpflichtigen Produkte wie das Finanzjournal hingewiesen und auch der Anhang enthält fast ausschließlich Links zu ihrem Blog. Hier hätte ich mir Weiterführendes gewünscht, denn den Blog findet man ja auch so recht easy peasy.  In Aktien habe ich noch nicht investiert und das entsprechende Kapitel war mir auch einwenig zu dünn. Ich hätte mir gewünscht noch mehr zu erfahren, wie man die für einen persönlich passenden ETFs findet oder welche Kriterien man zu Grunde legen kann. Hier bin ich immer noch ratlos. Dennoch habe ich, wie ihr oben sehen könnt, Einiges mitgenommen und würde das Buch wahrscheinlich dennoch empfehlen.

Weitere Quellen 



Wenn Ihr dennoch auf den Geschmack gekommen seid und Euch einwenig mit Euren Finanzen beschäftigen wollt, hat Madam Moneypenny auch einen Podcast. Solltet Ihr Euch erstmal mit den Themen Sparen und Haushaltsbuch beschäftigen wollen, lege ich Euch neben meiner o.g. Blogposts vor allem das entsprechende Kapitel in "An Edited Life" von Anna Newton (*Affiliate Link) ans Herz. Es enthält eine Step-by-Step Anleitung wie man Einnahmen und Ausgaben aufschreibt, analysiert und sich selbst ein Budget erarbeitet. Obwohl ich das schon lange mache, hat Anna mich motiviert mein System etwas upzudaten. 

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