Kolumne - Fashion made Fair | The Nina Edition


Neben den klassischen Neujahrsvorsätzen wie abnehmen, gesünder Essen und mehr Sport machen, steht weniger Konsum weit oben auf der Liste Vieler. Mit dem Konsumieren habe ich mich in meiner Kolumne "Reflektieren einer Shopping Queen" bereits im Oktober 2015 beschäftigt. Seit dem ich die Methode von Marie Kondo für mich entdeckt habe, achte ich mehr denn je darauf, was ich in unsere vier Wände lasse. Auch wenn wir alle wahrscheinlich viele Jahre die Kleidung aus unseren Kleiderschränken tragen könnten, ohne etwas Neues zu kaufen, so wird früher oder später der Punkt kommen, an dem wir doch etwas Neues brauchen und sei es nur Unterwäsche, die wahrscheinlich, die wenigsten Second Hand kaufen würden. Hier kommen faire Mode Marken ins Spiel. Das Coffee Table Book "Fashion made fair - Modern, innovativ, nachhaltig" von Ellen Köhler und Magdalena Schaffrin (Prestel Verlag)porträtiert 33 Designer und Labels weltweit, die das Thema auf unterschiedliche Weise interpretieren, etwa durch die Wahl ihrer Materialien oder ressourcenschonende Techniken.



"Fashion made Fair - das ist einfach Mode. Innovativ, begehrenswert und verantwortungsvoll produziert.", so beschreibt Bruno Pieters seine Marke Honest By und trifft damit nicht nur den Zeitgeist, sondern kreiert gleichzeitig das Mantra für das Buch mit dem gleichnamigen Titel. "Für mich gibt es so etwas wie Ökomode nicht. Es gibt nur Mode. Einige von uns stellen sie transparent, nachhaltig und verantwortungsvoll her und andere eben nicht." (S. 27) Bruno Pieters. "Dass sie fair, umwelt- und ressourcenschonend hergestellt wird, sieht man ihr nicht an. Es ist einfach Mode" konstatiert Pieters weiter. Genau diese Mode zeigt "Fashion made fair".

"Alles ist möglich, wenn der Kunde danach fragt. 
Der Kunde hat viel mehr Macht, als er glaubt." 
Bruno Pieters

"Die Kunden müssen verstehen, 
dass sie auf der Modepyramide ganz oben stehen. 
Alles steht in ihrer Macht." 
Bruno Pieters


Der Kunde kann also weniger konsumieren, seine Kleider besser pflegen und insgesamt nachhaltiger einkaufen. Höhere Qualität hinsichtlich Materialien und Verarbeitung verspricht zwar eine längere Lebensdauer der Kleidung und ist damit ein erster Schritt in Richtung weniger Konsum, höhere Qualität an Materialien und Verarbeitung, sagt jedoch noch nichts über die Qualität in der Produktion, d.h. den Umgang mit den Materialien und den Einsatz von Chemikalien etc. aus. Stoffe können also teuer sein, aber teuer bedeutet nicht unbedingt nachhaltig.



Wir müssen Mode also nicht nur mehr wertschätzen sondern als Konsumenten auch mehr nachhaltig produzierte Mode nachfragen. Ich denke an den Anbau von Naturfasern, das Recycling von Materialien zu neuen Fasern und Stoffen sowie die Vermeidung schädlicher Chemikalien in der Produktion.

Wer sich gern mit Mode beschäftigt und umdenken möchte, für den ist der Modebildband "Fashion made fair" eine gute Wahl. Vorgestellt werden ausgewählte Designer und Marken, die die Autorinnen mit Ihren Konzepten, Stories und Kollektionen beeindruckt haben. Insgesamt sind das 33 Modemarken aus Europa, den USA, Neuseeland und Bangladesh, die stilistisch überzeugen und mit frischen Ideen, neuen Designansätzen und innovativen Strategien punkten. Der Bildband portraitiert Modemarken, die schon durch die Wahl der Materialien eine Entscheidung für bessere Arbeitsbedingungen und den Schutz der Umwelt treffen. Ergänzt werden die Portraits um sechs Experteninterviews zu Denkansätzen, um die Modeindurstrie ökologischer und sozialer zu gestalten, darunter Brun Pieters, Marie-Claire Dave (Kering Group: Stella McCartney, Bottega Veneta, Gucci etc.), Michael Braungart, Friederike von Wedel-Parlow, Orsolo de Castro und Lily Cole.

Auffällig dabei ist, wie wenig deutsche Modemarken es in diesem Bereich gibt. Lasst uns gemeinsam etwas dafür tun, dass sich dies ändert, denn wir als Konsumenten können hier etwas bewirken.


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