Buchtipps - Sommer Lektüre 2017 | The Nina Edition


Bevor Ihr mir alle in die Sommerferien entfleucht, möchte ich Euch noch zwei Bücher für die Sonnenliege ans Herz legen.



My Berlin Kitchen

    Luisa Weiss' "My Berlin Kitchen" " ist eher zufällig bei mir gelandet, weil ich es für ein Kochbuch hielt. Irgendwie ist es das am Ende auch. Es handelt sich um eine wundervolle autobiografische Liebeserklärung an Berlin und an das Kochen und Backen. Luisa ist Deutsch-Amerikanerin, die zunächst in Berlin-Zehlendorf, später in den USA lebt. Zudem hat sie familiäre Verbindungen nach Italien. Klar, dass ich mich sofort mit ihr identifizieren konnte. Lange Zeit ist sie zwischen zwei Kontinenten hin und her gerissen, bis sie sich 2009 für einen Umzug nach Berlin entscheidet. Zuvor hat sie in New York bereits ihren Blog "The Wednesday Chef" erfolgreich etabliert. In ihrem Buch verbindet sie jegliche Lebenssituation mit einem Rezept und so folgt auf jedes Kapitel, in dem sie das Hadern ihres Lebens beschreibt, ein Rezept. Auch mich erinnern Rezepte oft an Momente oder Orte. Das ist nur eine der vielen Parallelen, die mich mit dem Buch verbinden. Luisa Weiss' Geschichte hat mich seltsam berührt. So spricht sie zum Beispiel vom "härtesten Winter aller Zeiten in Berlin" in dem sie dort hin zurückgekehrt ist. Ich weiß sofort, dass sie von 2009 sprechen muss. Auch ich bin 2009 nach Berlin zurückgekehrt. Das war die Zeit in der ich den Lieblingsmann kennenlernte. Die Zeit als er mich an meinem völlig verschneiten Auto rauslies, den Motor abstellte und mir beim Freilegen half. Weiss erzählt von den ersten gemeinsamen Besuchen mit ihrem Freund auf dem Karl August Markt. Das ist der Markt, den der Lieblingsmann und ich, immer samstags in den ersten Jahren unserer Beziehung besucht haben. Weiss spricht von dem wunderbaren Lindenblütenduft, der alles wieder wett macht, was Berliner im Winter ertragen mussten. Wie oft bin ich allein in den letzten Wochen abends die Berliner Straßen lang gelaufen und habe diesen vertrauten Duft eingeatmet, den ich wie keinen anderen mit Berlin - meiner Heimat - verbinde. Ein tolles Buch mit tollen Rezepten und einer tollen Stimmung, das völlig unversteckt von dem Hin-und Her und den Schwierigkeiten bei Lebensentscheidungen handelt. Und natürlich von der Liebe. Der Liebe für Berlin, der Liebe für das Kochen und Backen, der Liebe für das Schreiben und Bloggen und der Liebe für den wichtigsten Menschen im Leben.


      Hinten sind Rezepte drin - Geschichten, die Männern nie passieren würden

      Einen härteren Kontrast könnte ich Euch kaum präsentieren. Meine zweite Empfehlung ist das Buch von Katrin Bauerfeind mit dem Titel Hinten sind Rezepte drin. Dabei sind sie es gar nicht. Bauerfeind räumt mit diesem Buch in einer amüsanten Weise mit Klischees auf. Sie schildert aber auch, die vielen kleinen Eigenschaften von Frauen. So spricht sie zum Beispiel vom Harmoniebedürfnis der Frauen: "Ich hätte zunächst einen Wunderbaum frühstücken sollen, bevor ich Kritik äußere, damit harsche Worte erst mal parfümiert werden." (...) "Das klare Wort ist ein generelles Problem für Frauen", denn "Frauen haben dieses Harmoniebedürfnis". Sie fordert Frauen auf Komplimente einfach mal anzunehmen und nennt Frauenmagazine "die Weiterführung des Schulhofs mit anderen Mitteln". Sie spricht sich auch für Benimmregeln und Knigge aus, denn diese haben sich durch selbstbewußtere Frau nicht erübrigt. Vielmehr stellen sich nun neue Fragen. Herzhaft gelacht habe ich als sie von einem Gespräch mit Ihrem Freund berichtet. Demnach seien "emotionale Gespräche mit Männern sind wortkarger als ein Stummfilm und zäher als ein gekochtes Steak". Sie schildert eine Situation in der ihr Freund erzählt, sein Kumpel hätte seine Freundin betrogen. Als sie aufgeregt nachfragt, ob die Freundin das wüsste und woher, bekommt sie die stumpfe Antwort: "hat 'ne SMS gefunden". Auf weitere Nachfragen, ob sich das befreundete Paar nun trenne etc. erntet sie nur Schulterzucken. Bis ihr Freund ausgiebig nachdenkt. Sie erhofft sich in der Folge ein bahnbrechende Neuigkeit oder Aufklärung bis er sagt: "Haben wir noch Chips?" Ich mein ehrlich mal, das habt ihr doch so oder so ähnlich, alle schon erlebt, oder?

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