#readinginspo - Food Trucks


Draußen regnet es. Es ist ein Wunder, dass die Bäume noch grüne Blätter tragen, denn es fühlt sich verdammt nach Herbst an. Nach nass kaltem Wetter, auf das bald Schnee und Eis folgen wird. Ich muss an laue Sommerabende denken, an Festivals, an Lounge Musik und hippes Essen gepaart mit coolen Cocktails und selbstgemachtem Eis zum Nachtisch und das alles direkt an der Spree aus Food Trucks. 


Während ich mich zurück in den Sommer träume, erfahre ich auf 171 bunten Bildern, die Geschichten, die hinter den 36 Food Trucks stecken, die das kürzlich im Prestel Verlag erschienene Buch "Food Trucks - Kreative Küchen auf Rädern"* *klick* portraitiert.

*Der Prestel Verlag hat mir ein Exemplar des Buches für diese Rezension zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon wie immer unberührt. 



Lange habe ich überlegt, wie ich das Buch einordnen soll. Ich hatte etwas anderes erwartet: Food Trucks und Rezepte. Bekommen habe ich Geschichten aus dem Leben, die nicht nur vielfältiger kaum sein könnten, sondern auch in ihrer Darstellung nicht vielfältiger sein könnten. Da ist die Geschichte von Peter, der früher ein Textilunternehmen geführt hat, und die Idee für den "Swagman" auf einer Australienreise hatte und seit dem mit seiner Lebensgefährtin täglich in Bayreuth / Nürnberg Kartoffelstampe, Gemüse und langsam gegartes Fleisch aus dem Wagen verkauft. Oder die Geschichte von Maid, die lange Zeit für's Fernsehen gearbeitet hat, die lieber zu den Leuten kommt, als in ihrem eigenen Lokal auf Gäste zu warten und seit 2012 aus ihrem Wagen Cookadoo dienstags bis freitags in Köln leichte miteinander kombinierbare Speisen verkauft. Das sind nur zwei der vielen Geschichten, die das Buch erzählt. Dargestellt werden sie in Form von Interviews, Zeitschienen und Erzählungen.


Fazit: Es müssen nicht immer Rezepte sein. Manchmal sind es die Geschichten aus dem Leben, die ein Buch lesenswert machen. Während ich einige Food Trucks bereits kannte, war mir eine Vielzahl noch nie begegnet. Auch die Geschichten dahinter waren mir komplett neu. Das Buch lädt nicht nur ein, bei grauem regnerischen Herbstwetter in den Sommer zu träumen, sondern auch die Route der Trucks zu recherchieren und beim nächsten Kurztrip in die fremde Stadt, einfach bei einem Food Truck vorbei zu schauen. Besonders gut gefallen haben mir die großen Bilder. Der Verlag und Herausgeber hat Mut bewiesen und einen Bildband mit Geschichten gepaart. Ich habe ja wie gesagt lange überlegt, wie ich das Buch einordnen soll. Ich habe mich für die Kategorie: Coffeetable Books für Foodies entschieden. Wahrscheinlich habe ich mich so schwer getan, weil sowas für Foodies natürlich ein Novum ist. Wir kennen Interieur-Bücher und Reisebildbände sogar Hotelbildbände gibt es, aber Food-Bildbände? Eher nicht. Warum? Weil Foodies Rezepte wollen. Wenn man das nun aber bei diesem Werk kritisiert, tut man ihm m.E. unrecht, denn das ist nicht der Anspruch des Buchs. Das Buch erzählt Geschichten aus dem Leben und die sind ja meist sogar spannender, als Rezepte. Dazu gibt es zwischen den Zeilen Reise- und Restaurant Foodtruck-Tipps. Für wen also ist dieses Buch geschrieben? Ich würde sagen für einen vojeuristischen reisefreudigen Foodie, der das Leben liebt. Denn das Buch enthält Lebensfreude in Form von Bildern und Geschichten.

Ein bisschen Schimpfen muss ich aber dennoch: doppelseitige Bilder, bei denen die Buchkante direkt durch das Gesicht läuft, sollten beim Nachdruck vermieden werden. Ich will doch sehen, wer hinter Vincent Vegan steckt.



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